Alkalische Phospatase

Kürzel AP
Material Serum
Probengefäß Serum-Monov.
Abnahmevorschrift Venöse Abnahme, Serum.
Einheit U/l
Referenzbereich
GeschlechtAlterReferenzbereich
unbekannt≤ 2W83 - 248
männlich≤ 2W83 - 248
weiblich≤ 2W83 - 248
unbekannt≤ 1J122 - 469
männlich≤ 1J122 - 469
weiblich≤ 1J122 - 469
unbekannt≤ 10J142 - 335
männlich≤ 10J142 - 335
weiblich≤ 10J142 - 335
unbekannt≤ 13J129 - 417
männlich≤ 13J129 - 417
weiblich≤ 13J129 - 417
unbekannt≤ 15J57 - 468
männlich≤ 15J116 - 468
weiblich≤ 15J57 - 254
unbekannt≤ 17J50 - 331
männlich≤ 17J83 - 331
weiblich≤ 17J50 - 117
unbekannt≤ 19J45 - 149
männlich≤ 19J55 - 149
weiblich≤ 19J45 - 87
unbekannt≤ 120J35 - 129
männlich≤ 120J40 - 129
weiblich≤ 120J35 - 104
Häufigkeit Notfallparameter
Nachforderung Nachforderungen sind bis zu 1 Woche nach Probeneingang möglich.
Verfahren Farbtest
Indikation V.a. Osteoporose, Knochentumore, Cholestase, Entzündung der Gallengänge, Hepatitis
Klinische Hinweise Bei der Präanalytik bitte beachten:
Die Bestimmung erfolgt aus Serum, da komplexierende Substanzen wie Citrat, EDTA, Oxalat zweiwertige Kationen wie Zink und Magnesium binden, die wichtige Kofaktoren für die AP-Aktivität sind. In solchen antikoagulierten Plasmaproben werden falsch niedrige AP-Aktivitäten gemessen.
Das ist auch der Fall in Proben, die nach der Verabreichung von Bluttransfusionen entnommen wurden, da das in den Blutprodukten enthaltene Citrat zu einer Verminderung der Enzymaktivität führt.
Eine 12 h-Nahrungskarenz vor der Blutentnahme ist erforderlich, da 2 - 4 h nach Nahrungsaufnahme durch einen Einstrom von Dünndarm-AP in die Zirkulation eine Erhöhung der Gesamt-AP von im Mittel 30 U/l auftreten kann. Die Aktivität der Dünndarm-AP ist nach fettreichen Mahlzeiten besonders erhöht.
Die alkalische Phosphatase ist ein Zellmembran-gebundenes Glykoprotein, das in allen Geweben exprimiert wird. Vier genetische Varianten / Isoenzyme der AP sind identifiziert, die von unterschiedlichen Genloci kodiert werden: Dünndarm-Isoenzym, Plazenta-Isoenzym, Keimzell- Isoenzym und Gewebe-unspezifisches Isoenzym. Aufgrund posttranslationaler Modifikation entstehen aus diesem Isoenzym die Isoformen Leber-AP, Knochen-AP, und Nieren-AP. Die Leber- und Knoschen-AP machen beim Gesunden über 90 % der Gesamt-AP im Serum aus.
Die häufigste klinische Fragestellung ist die Differenzierung der Isoformen Leber-AP und Knochen-AP bei erhöhter Gesamt-AP. Eine erhöhte Leber-AP findet man bei Cholestase im Rahmen hepato-biliärer Erkrankungen, z. B. Verschlussikterus, biliäre Zirrhose, Cholangitis, akute und chronische virale Hepatitis, Medikamenten-bedingte und alkoholische Hepatitis, primäre Lebertumoren und Lebermetastasen.
Zu erhöhter Knochen-AP kommt es bei Skeletterkrankungen wie M. Paget, Rachitis, Osteomalazie, Vitamin-D-Mangel-bedingten Knochenerkrankungen, renal-bedingten Osteopathien, primären Knochentumoren, Knochenmetastasen, multiplem Myelom, Hyperparathyreoidismus, Akromegalie, Hyperthyreose, ektope Ossifikation, Sarkoidose, Knochentuberkulose.
Bei erniedrigter Alkalischer Phosphatase, besonders in Verbindung mit erhöhter Phosphatkonzentration, muss an eine Hypophosphatasie (Rathbun-Syndrom, Phosphatasemangelrachitis, Phosphoethanolaminurie) gedacht werden.
Bemerkungen zur Analyse Externe Qualitätskontrolle:
Ringversuch Instand Gruppe 100, 4 x pro Jahr
Standort Zentrale, AKR, AKS
Akkreditiert Zentrale, AKR
n. Akkreditiert AKS
Literatur Herstellerangabe Fa. Roche
letzte Änderung 30.03.2025 03:02